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04.07.13

Achtsamkeit im Coaching

Was ist Achtsamkeit?

Achtsamkeit bedeutet, mit seinen Sinnen bewusst in der Gegenwart zu sein. Sich selbst wahrzunehmen. Zu sehen, zu hören, zu fühlen und zu schmecken. Hier und jetzt – ohne zu bewerten. Wahrzunehmen, was jetzt gerade ist, was gerade passiert, was Sie gerade in diesem Moment tun. Wie ist das bei Ihnen?

Der Selbsttest. Wie hat es sich angefühlt, heute Morgen die Zähne zu putzen? Was hatte Ihr Partner an? Wie hat der erste Bissen des Frühstücks geschmeckt? Welcher Person haben Sie als erstes ins Gesicht geschaut, nachdem Sie das Haus verließen – und welche Haarfarbe hatte er oder sie? Wissen Sie es, haben Sie es wahrgenommen?

Vielleicht vermittelt dieses Nicht-Erinnern einen Eindruck davon, dass die Wahrnehmung der Gegenwart in der heutigen Zeit nicht sehr ausgeprägt ist. 

Die Frage ist: Wo waren Sie (mit Ihren Gedanken) stattdessen? In der Vergangenheit? In einer möglichen Zukunft? Waren es ärgerliche Gedanken? Ängstliche? Druck erzeugende?

Was bewirkt Achtsamkeit?

Zuerst ganz konkret: In der Gegenwart zu sein und wahrzunehmen, durchbricht all die stressenden Gedankenkreisel einer möglichen Zukunft oder vergangener Situationen. Allein dies hat schon einen hohen persönlichen Wert und verbessert die Lebensqualität oft enorm. Probieren Sie es einfach einmal aus. Wenn Sie das nächste Mal in einer Stress-Situation sind, schließen Sie die Augen und hören nur 10 Sekunden lang ausschließlich auf die Geräusche um sich herum.

Achtsamkeitsübungen haben darüber hinaus einen starken Einfluss auf die Struktur des Bewusstseins und des Gehirns. Bis vor wenigen Jahren glaubte man, dass das Gehirn eine feste Anzahl von Nervenzellen mit unveränderlichen Verbindungen aufweist. Heute wissen wir, dass sich das Gehirn zu jeder Lebenszeit gezielt verändern kann. Dies geschieht durch Neuroplastizität, das heißt durch Anpassung der Nervenzellen. Über Achtsamkeit und Aufmerksamkeit beeinflusst unser Geist die organische Architektur unseres Gehirns. Soweit der aktuelle Stand der Gehirnforschung.   

Wenn wir Achtsamkeit üben, führt dies zu einem intensiveren Erleben und zu einer Präsenz, die wir fühlen – und auch ausstrahlen. Die Gedanken und Gefühle bestimmen uns nicht mehr, sondern wir sitzen am Steuer und navigieren. Insofern bewirkt Achtsamkeit eine höhere Selbstwirksamkeit, wir verspüren Gelassenheit und strahlen Souveränität aus – und ermöglichen uns selbst auf dieser Basis gezieltes, entschlossenes Handeln.

Was hat Achtsamkeit mit Coaching zu tun?

Das Abstellen von potenziellen Negativszenarien, kreisenden Gedanken oder das Erreichen persönlicher Souveränität sind bereits wichtige Ziele in einer Vielzahl von Coachings. Achtsamkeit kann hier direkt zu einer nachhaltigen Lösung beitragen.

Darüber hinaus beschäftigen sich viele Coachings mit Entscheidungssituationen, mit der Suche nach Orientierung und noch nicht klar definierten persönlichen Zielsetzungen, bei denen das tatsächliche Thema des Klienten hinter dem ursprünglich geäußerten Thema erst nach einer gewissen Zeit deutlich wird. Achtsamkeit schult die Sinne für die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse – denn wir nehmen durch die Achtsamkeitspraxis nicht nur intensiver wahr, wie wir uns die Zähne putzen, sondern eben auch was wir fühlen und was wir brauchen, um zufrieden zu sein. Insofern ist Achtsamkeit kombiniert mit einer klaren Denkstruktur und systemischen Coaching-Ansätzen ein erfolgversprechender Weg – wohin Sie zu Ihren Zielen auch immer unterwegs sein wollen.

 

Kontakt: Denkhorizonte - Coaching & Consulting, Michael Müller, 02156 492 8299, mm@denkhorizonte.de

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